Kalender

26.4.2019, 19:30 Uhr
Martinskirche, Köllerbach
TAMIS 2019: Komponistenportrait

Jakob Friedrich Kleinknecht -
ein Hofkomponist zwischen den Epochen

La Cantonnade: Miho Shirai und Zsuzsa Csige, Traversflöte
Marie Colombat, Violoncello; Niklas Heineke, Cembalo

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Dieses Konzert widmet La Cantonnade dem faszinierenden Bayreuther Hofkomponisten und Flötisten Jakob Friedrich Kleinknecht (1722-1794), einem der wichtigsten Wegbereiter des empfindsamen Stils. Dieser setzte sich ab den 1720er Jahren zunehmend in Europa durch, dabei wurde die Traversflöte mit ihrem modulationsfähigen und intimen Klang zum Lieblingsinstrument einer ganzen Komponistengeneration.
Kleinknechts Triosonaten für zwei Traversflöten und Basso continuo fesseln schon beim ersten Hören das Publikum - fein abgestufte Dynamik, unvermittelte harmonische Wendungen und die wahrscheinlich längste und frappierendste ausgeschriebene Kadenz für zwei Flöten, die im 18. Jahrhundert je schriftlich fixiert wurde.

Die Musiker von La Cantonnade lernten sich an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt kennen. Begeisterung für Kammermusik, Interesse für Klangrecherche und der Wunsch, unbekanntes Repertoire des Früh- und Spätbarock auf die Bühne zu bringen, brachten sie zusammen.

28.4.2019, 18:00 Uhr
Schinkelkirche Bischmisheim, Saarbrücken
TAMIS 2019: Viole d'amore

2 Viole d'amore & mehr -
in mancherley Stimmung

Musik aus Früh- und Hochbarock
von Biber, Ganspeck, Huberty, Marini, Schuchbauer und Uccellini

Saarländisches Barockensemble: Jürgen Lantz und Leszek Kusmirek, Viola d'amore; Heidrun Mertes und Motonobu Futakuchi, Viola da gamba; Eri Takeguchi, Cembalo und Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Das Saarländische Barockensemble lädt ein zu einem Konzert mit ganz ausgefallenen - und heute selten zu hörenden - Streichinstrumenten der Barockzeit: Viola d'amore und Viola da gamba. Die Instrumente faszinieren durch einen besonders zarten „silbrigen“ Klang, bedingt durch die spezielle Bauart. Es erklingt Musik aus Früh- und Hochbarock von Biber, Ganspeck, Huberty, Marini, Schuchbauer und Uccellini.

Das Ensemble wurde 2007 von freischaffenden Musikern und Mitgliedern des Saarländischen Staatsorchesters gegründet mit dem Ziel, Musik des Barock in historisch informierter Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten bzw. originalgetreuen Kopien zu präsentieren. Es gastiert regelmäßig zu Kammerkonzerten des Saarländischen Staatstheaters und bei Festivals wie den Tagen Alter Musik Im Saarland, Classique au Large 2014 in St. Malo/Bretagne oder Euroklassik 2014 in Zweibrücken.

4.5.2019, 19:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: „Singe Seele, Gott zum Preise“

„Singe Seele,
Gott zum Preise“

Festliche Barockmusik von Händel, Telemann, Vivaldi u. a.

Jana Czekanowski-Frankmar, Sopran; Ludwig Frankmar, Violoncello; Lutz Gillmann, Cembalo und Orgel

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

In der Barockzeit entstanden neben den großen geistlichen Werken viele verschiedene kleine in kammermusikalischer Besetzung, zum Teil mit obligatem Instrument. Sie wurden im Gottesdienst vorgetragen, häufig auch in kleineren Kirchen oder zur Andacht im privaten oder häuslichen Rahmen. Besonders die vokale Kammermusik im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert zeichnet sich durch ihren lyrischen, betrachtenden Charakter aus und steht deutlich unter dem Einfluss der affektreichen italienischen Oper.

Jana Czekanowski-Frankmar studierte Gesang an der Universität der Künste Berlin bei Inge Uibel-Fischer sowie Kirchenmusik. Sie singt solistisch in Ensembles, bei Kantaten und Oratorien. Seit 2009 ist sie Kirchenmusikerin an der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde in Berlin-Lankwitz.

Ludwig Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Er studierte bei Guido Vecchi und Thomas Demenga und war mehrere Jahre als Orchestermusiker tätig. Die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führte ihn zur Alten Musik und historischen Aufführungspraxis.

9.5.2019, 20:00 Uhr
Basilika St. Wendelinus, St. Wendel
TAMIS 2019: Weckmann & van Wichel

Stadtpfeifersonaten nach dem Westfälischen Frieden

Musik von Weckmann, van Wichel und Froberger

Quatricinia: Caroline Reuter, Barockvioline; Juan Ullibarri, kleiner Zink; Leon Ni, Barockposaune; Idoia Bengoa, Dulzian
Alessandro Urbano, Cembalo und musikalische Leitung

Eintritt 13 € / ermäßigt 9 €

Während Matthias Weckmann (ca. 1616-1674) die Strapazen des Dreißigjährigen Krieges und den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit hauptsächlich in Dresden und Hamburg erlebte, verbrachte der gleichaltrige Philippe van Wichel (ca. 1614-1675) praktisch sein ganzes Leben in Brüssel.

Weckmann schrieb die Sonate à 3 e 4 istromenti für die seltene, phantastische Klangkombination von Cornettino, Violino, Trombone, Fagotto und Basso continuo. In gleicher Besetzung erklingen hier van Wichels Fasciculus dulcedinis unius, duorum, trium, quator et quinque instrumentorum. Der zeitgenössische Organist Johann Jacob Froberger (1616-1667) bildet die Verbindung zwischen beiden.

Das 2012 gegründete Ensemble Quatricinia widmet sich der Musik der Stadtpfeifer, für die Weckmann Sonaten schrieb und zu denen van Wichel gehörte. Quatricinia war bisher hauptsächlich in Luxemburg tätig, wo es u. a. für die englische und die spanische Botschaft konzertierte, mit dem Vokalensemble Intermedii musizierte und Bühnenprojekte organisierte.

10.5.2019, 20:00 Uhr
Deutschherrnkapelle, Saarbrücken
TAMIS 2019: Concert Royal

Concert Royal

Französische Barockmusik von Marais, F. Couperin und A. Forqueray

Franziska Finckh, Viola da gamba; Evelyn Laib, Cembalo

Eintritt 13 € / ermäßigt 9 €

Der Höhepunkt der französischen Barockmusik für Viola da gamba fällt in die Regierungszeit Ludwigs XIV. in Versailles: Die Prachtentfaltung am Hofe spiegelt sich in dem reichen Schatz an Musikstücken für Gambe und Cembalo (Basso continuo) wider. Üppige Verzierung, akkordisches Spiel, großer Tonumfang und besonderer Farbenreichtum zeichnen diese Musik aus. Groß angelegte Suiten dienten zu Unterhaltung, Repräsentation und Zeitvertreib. Viele der Suiten enthalten außer den „klassischen“ Tanzsätzen auch Charakterstücke wie La Rêveuse, Le Labyrinthe oder Pompe funèbre. Sie geben diesem Programm seine ganz eigene Note und führen das Publikum in ein Labyrinth der Träume vergangener Zeiten.

Franziska Finckh und Evelyn Laib kennen sich schon seit vielen Jahren. Sie konzertieren u. a. mit dem Ensemble Les Escapades und dem Karlsruher Barockorchester und haben zahlreiche CDs eingespielt. Ihr letztes Programm – Sonaten für Viola da gamba und Cembalo von J. S. Bach – wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

19.5.2019, 18:00 Uhr
Rathaussaal, Tholey
TAMIS 2019: Serenade auf der Laute

Serenade auf der Laute

Tanzsätze und Instrumentalfantasien auf der Renaissance- und Barocklaute
von J. S. Bach, Weiß, M. und V. Galilei
Tänze von Sanz und de Murcia auf der Barockgitarre

Christian Zimmermann, Laute und Barockgitarre

Eintritt 10 € / ermäßigt 8 €
(für Schüler, Studenten, Behinderte, Akademiemitglieder)

Mit lebhaften Tanzsätzen und virtuosen Instrumentalfantasien führt der Freiburger Lautenist Christian Zimmermann seine Zuhörer in die filigrane Klangwelt der Renaissance- und Barocklaute. Die Kompositionen stammen von J. S. Bach und Sylvius Leopold Weiß. Auf der Renaissancelaute sind zudem selten aufgeführte Werke von Michelangelo Galilei und Vincenzo Galilei zu hören. Als weitere musikalische Leckerbissen stehen auf dem Programm Tänze von Gaspar Sanz und Santiago de Murcia für die Barockgitarre, die mit ihren typischen Schlagtechniken eine folkloristische Note in das Konzert bringt.

Christian Zimmermann, der als Solist in zahlreichen Konzertreihen wie auch im Rundfunk zu hören ist, widmete sich in seinem Studium an der Schola Cantorum Basiliensis der historischen Aufführungspraxis, die in sein lebendiges und ausdruckreiches Spiel eingewoben ist. Von ihm ist eine beachtliche Reihe interessanter CDs erschienen.

23.5.2019, 20:30 Uhr
Filmhaus, Saarbrücken
TAMIS 2019: Stummfilm mit Live-Musik

Rônin-gai (Samurai Town)

J 1928/29; Regie: Masahiro MAKINO; DarstellerInnen: Kômei MINAMI, Tôichirô NEGISHI, Seizaburô KAWAZU, Tsuyako OKAJIMA, Hiroshi TSUMURA, Kimie KAWAKAMI
ca. 80 Min.; OmeU; FSK: unbekannt

Eri Takeguchi, Live-Begleitung am Cembalo

Eintritt frei

Als der Film im Oktober 1928 uraufgeführt wurde, befand sich Japan in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Chronische Deflation führte zu steigender Arbeitslosigkeit. Das im Film geschilderte Alltagslebens der Rônin, die sich als herren- und zumeist auch erwerbslose Samurai gegen die herrschende Klasse auflehnen, erfuhr viel Zuspruch beim Publikum. Das Werk des jungen Regisseurs Masahiro MAKINO, dessen Vater Shôzo MAKINO als Urvater der japanischen Samurai-Filme gilt, kam seinerzeit auf den ersten Platz der japanischen Jahresbestenliste.

in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut Köln – The Japan Foundation und dem Filmhaus Saarbrücken;
mit freundlicher Unterstützung durch die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Saarbrücken e. V.

25.5.2019, 19:00 Uhr
Erlöserkirche, Völklingen
TAMIS 2019: Kammerkonzert in der Erlöserkirche

Heinrich Ignaz Franz Biber: aus den „Mysterien-Sonaten”

Musikalische Betrachtungen zu Passion, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten

Ensemble Turdus Merula: Carla Linné, Violinen in verschiedenen Stimmungen; Katia Kuzminykh, Viola da gamba; Sayaka Namizuka, Cembalo und Orgel; Friederike Kühl, Rezitation

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) war Geiger und Kapellmeister in Salzburg am Hof des Erzbischofs, lebte und arbeitete also ganz in der katholischen Tradition. Er hatte nachweislich Kontakt zu dem berühmten Geigenbauer Jakob Stainer und die Möglichkeit, dessen Instrumente zu benutzen.

Bibers Sonaten für Violine und Basso continuo über die Mysterien des Rosenkranzes gehören zu den zentralsten und gleichzeitig rätselhaftesten Kompositionen des böhmisch-österreichischen Barock – quasi fünfzehn „Andachten“ über je eines der 5 freudenreichen, 5 schmerzlichen und 5 glorreichen Geheimnisse. Die sechzehnte Sonate ist eine Passacaglia für Violine solo ohne Bass, die als Meditation über den menschlichen Lebensweg gesehen werden kann. Für jede Sonate wird eine andere Stimmung der Geige verlangt. Dies verändert den Klang und die musikalischen Möglichkeiten und ist eine besondere Herausforderung für den Geiger.
Zu Bibers 375. Geburtsjahr präsentiert das Ensemble Turdus Merula ausgewählte Sonaten und verknüpft sie im Wechsel mit zeitgenössischen Gedichten.

30.5.2019, 17:00 Uhr
Stiftskirche St. Arnual, Saarbrücken
TAMIS 2019: Prolog der Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Orgelkonzert mit Führung

Sigfrid Karg-Elert: Legend op. 141 Nr. 1
Olivier Messiaen: L’Ascension

Jörg Abbing an der Kuhn-Orgel

Eintritt frei

Jörg Abbing studierte evangelische Kirchenmusik, Konzertfach Orgel, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik in Düsseldorf und Saarbrücken. Er absolvierte Orgelstudien bei Gaston Litaize, André Isoir und Naji Hakim und ist seit 1995 Kantor und Organist an der Stiftskirche St. Arnual. Seit 1997 unterrichtet er an der Hochschule für Musik Saar Liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation und ist Dozent für Klavier und Orgel am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Speyer. Als Solorepetitor war er am Saarländischen Staatstheater tätig. 2002 erschien seine Biographie über den französischen Komponisten Maurice Duruflé, 2006 seine Biografie Colloques über den französischen Organisten und Komponisten Jean Guillou. 2007 wurde er zum Dr. phil. promoviert mit einer Dissertation über die Orgelwerke Maurice Duruflés und 2011 auf eine Professur für Schulpraktisches Klavierspiel und Klavierimprovisation an der HfM Saar berufen. 2008 führte er in St. Arnual das gesamte Orgelwerk von Olivier Messiaen zu dessen 100. Geburtstag auf.
www.joergabbing.de

30.5.2019, 19:00 Uhr
Versöhnungskirche, Völklingen
TAMIS 2019: Chor- und Orchesterkonzert zur Eröffnung der Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Marc-Antoine Charpentier:
Te Deum
D-Dur
Heinrich von Herzogenberg: Gott ist gegenwärtig
Kantate op. 106

sowie Musik von Karg-Elert, Weyrauch u. a.

SängerInnen der Hochschule für Musik Saar
Chor der Versöhnungskirchengemeinde
ConAffetto - Mitglieder-Orchester der Akademie für Alte Musik im Saarland e. V.
Leitung: Lutz Gillmann

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Die Eurovisions-Hymne - wer kennt sie nicht? Das Prélude aus Marc-Antoine Charpentiers Te Deum in D! Aber das ganze Stück, aus dem sie stammt? Es erklingt hier und heute in diesem Chor- und Orchesterkonzert, kombiniert mit Musik von Sigfrid Karg-Elert, seinem Schüler Johannes Weyrauch, Heinrich von Herzogenberg u. a. - mit Pauken und Trompeten! Die eröffnen nicht nur die Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft, sondern feiern auch das 25jährige Bestehen der Akademie für Alte Musik im Saarland und gedenken des 250. Todesjahrs des Dichters, Laienpredigers und Mystikers Gerhard Tersteegen (1697-1769, Gott ist gegenwärtig).

Singen Sie gern und möchten den Chor bei diesem Projekt unterstützen?
Der Chor der Versöhnungskirchengemeinde freut sich sehr über neugierige, geübte Mit-Sängerinnen und -Sänger aller Stimmlagen!
Nehmen Sie gerne Kontakt auf:
Lutz Gillmann
0171-8221004
lutzgillmann@arcor.de

31.5.2019, 18:00 Uhr
Gemeindezentrum Alte Kirche St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Vielleicht der merkwürdigste und zugleich bemerkenswerteste Zyklus der Musikgeschichte:

Sigfrid Karg-Elert: 33 Portraits für Harmonium (aller Systeme) op. 101

Von Palestrina bis Schönberg - 400 Jahre Musikgeschichte in zwei Stunden

Jan Hennig an einem historischen Mustel-Kunstharmonium aus dem Jahre 1928

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

33 klingende Portraits, komponiert im Stil der jeweiligen Komponisten, jedoch keine reinen Stilkopien, da nicht frei von Ironie, Hingabe und Verehrung! Das Harmonium übernimmt hier jede erdenkliche Besetzung, so z. B. Männerchor, Cembalo, Klavier, Streichquartett, großes Orchester oder Orgel. Die Musik wird kombiniert mit bildlichen Darstellungen der Komponisten.

Jan Hennig studierte an der Musikhochschule Freiburg Dirigieren und war als Kapellmeister, Studienleiter und Solorepetitor an deutschen Theatern tätig. Seit 1999 beschäftigt er sich intensiv mit dem Kunstharmonium und ist als einer der wenigen Experten für das seltene Instrument etabliert. Seine erste CD Das Kunstharmonium - Hommage à Victor Mustel wurde 2012 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Weitere CDs sowie Rundfunkaufnahmen folgten. Hennig lebt freischaffend in Offenburg und unterrichtet an der Musikhochschule Trossingen Opern- und Oratoriumskorrepetition sowie Partiturspiel.
www.kunstharmonium.de

31.5.2019, 20:30 Uhr
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Altes Leipzig in neuem Gewand

Musik von Reinecke, Jadassohn, Grieg, Karg-Elert, Enescu u. a. auf Originalinstrumenten

Anne Freitag, Flöte; Gilad Katznelson, Pianoforte

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Leipzig, insbesondere das Leipziger Gewandhaus, galt als eine der letzten musikalischen Bastionen, wo auf Instrumenten “alten Systems” gespielt wurde. Wo andernorts die Böhmflöte längst etabliert war, schätzte man dort den lieblichen Klang der konischen Klappenflöte, wie sie beispielsweise durch den Soloflötisten Maximilian Schwedler in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Kruspe weiterentwickelt worden war. Diese Tradition brach Schwedlers Schüler Carl Bartuzat, der 1918 dessen Nachfolge antrat – mit der Böhmflöte!
Bartuzat hatte während des Ersten Weltkriegs gemeinsam mit Karg-Elert im Militärorchester gedient. Inspiriert von Bartuzats Spiel, komponierte Karg-Elert in den Folgejahren für Flöte, u. a. beeinflusst von Grieg, der ihm das Studium der musikalischen Formen und Kontrapunktik des 17. und 18. Jahrhunderts empfohlen hatte.
Dieses Spannungsfeld, diese Umbruchphase von altem zu neuem System, Tradition und Moderne beleuchtet das Konzert auf vielfältige Weise; im Zentrum stehen Karg-Elerts Schaffen und die Zeit um 1919.

1.6.2019, 11:30 Uhr
Basilika St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: St. Johanner Orgelmatinee

Ostinati, Arie e Partite

Musik von Karg-Elert und Frescobaldi I

Štefan Iľaš an der Klais/Mayer-Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Štefan Iľaš (* 1992) studierte am Konservatorium Košice und derzeit an der Hochschule für Musik Saar. Ergänzend absolvierte er Meisterkurse bei Jon Laukvik, Daniel Roth, Jean Guillou, Jürgen Essl, Davide Monti u. a. 2013 erhielt er einen 2. Platz beim Wettbewerb der slowakischen Konservatorien. Er tritt bei Musikfestivals auf und ist außerdem als Kammermusiker tätig, spielt regelmäßig z. B. mit dem Barockensemble Il Cuore Barocco oder der Staatsphilharmonie Košice.

1.6.2019, 16:00 Uhr
Johanneskirche, Saarbrücken
TAMIS 2019: HÖRZU - 30 Minuten Orgelmusik

Canzone, Passacagli e Ciaccone

Musik von Karg-Elert und Frescobaldi II

Reinhard Siegert an der Kleuker-Orgel

Eintritt frei (Kollekte erbeten)

Reinhard Siegert (* 1982) studierte 2003-14 an der Hochschule für Musik Saar und am Conservatorium van Amsterdam Kirchenmusik, Orgel, Cembalo, Clavichord, Basso continuo und Improvisation bei Lutz Gillmann, Wolfgang Rübsam, Menno van Delft, Miklos Spanyi, Richard Egarr u. a. Seit 2013 ist er Dozent für Klavierimprovisation/Partimento, Musiktheorie und Komposition in historischen Stilen am ArtEZ Conservatorium Arnhem. 2014 wurde er beim Festival Oude Muziek Utrecht mit dem Preis für das beste Lecture-recital ausgezeichnet. Er promoviert an der Hochschule für Musik und Tanz Köln zur Verbindung von Choral und Partimento.

1.6.2019, 20:00 Uhr
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken
TAMIS 2019: Jahrestagung der Karg-Elert-Gesellschaft

Duoabend

Musik von Karg-Elert und Gernsheim

Christoph Schickedanz, Violine
Ernst Breidenbach, Pianoforte

Eintritt 10 € / ermäßigt 7 €

Christoph Schickedanz und Ernst Breidenbach arbeiten als Duo seit einigen Jahren zusammen. Ein Repertoireschwerpunkt führt nach Leipzig - Sigfrid Karg-Elert (Lehrer am Konservatorium, der heutigen Musikhochschule), Friedrich Gernsheim und Julius Röntgen (aus einer bedeutenden Leipziger Musikerfamilie stammend und in seiner Heimatstadt ausgebildet).

Das heutige Programm umfasst Karg-Elerts Gesamtwerk für Violine und Klavier und Gernsheims Sonate c-moll op. 4, deren 1. Satz, Andante con moto, in Paris entstand – ein für seine Verhältnisse sehr ernstes und schwermütiges Stück. Der 2. Satz, Allegretto scherzando, ein munteres Scherzo, und das abschließende, wuchtige und dramatische Allegro enstanden in Saarbrücken, wo Gernsheim seine erste Anstellung angetreten hatte.

Derzeit spielt das Duo für cpo Gernsheims Gesamtwerk für Violine und Klavier ein, wie schon 2011/12 das von Röntgen: “Christoph Schickedanz und Ernst Breidenbach nähern sich dieser Musik mit großer Liebe und emotionalem Ton. Die Musik erklingt mit einer Spontaneität und Wärme, die ausgesprochen einnehmend ist.” (klassik.com 5/2016)

2.6.2019, 17:00 Uhr
Alte Kirche St. Johann, Saarbrücken
TAMIS 2019: Abschlusskonzert

Sigfrids Rendez-vous - ein Tanz musikalischer Weltbürger

Musik von Karg-Elert, Telemann, J. S. Bach, Böhm, Lully, Rameau u. a.
in Choreographien verschiedener Stile

Camire: Miriam Grapp, Blockflöte; Carolyn Soo, Violine
Heidrun Mertes, Viola da gamba und Violoncello; Eri Takeguchi, Cembalo und Orgel

Skomrah Corona: Christiane Mandernach und Thomas Klein, (Barock-)Tanz

Eintritt 15 € / ermäßigt 10 €

Sigfrid Karg-Elert, Komponist des frühen 20. Jahrhunderts, räumte in seinem Schaffen der „Alten Musik“ großen Stellenwert ein: Bekennender Verehrer von J. S. Bach und Händel und musikalischer Weltbürger wie Telemann, pflegte er einen „vermischten Geschmack“ – einen Stil, beeinflusst von mehreren Richtungen und Epochen.

Sigfrids Rendez-vous widmet sich den Barock-Bezügen in Karg-Elerts Musik: Barocken Kompositionen gegenübergestellt, erklingt sie in Transkriptionen des Ensembles Camire. Und Skomrah Corona wiederum lässt barocke Originalchoreographien modernen tänzerischen Ausdrucksformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts begegnen - das Rendez-vous nimmt szenisch Gestalt an, innovative, freiheitsliebende Tanzstile setzen barocke Bilder und Klänge in Bewegung.

Freuen Sie sich mit uns auf ein Rendez-vous der Künstler und Künste - Begegnungen zwischen Musik und Tanz, geistlich und weltlich, ernst und heiter sowie verschiedenen Epochen und Ländern.